Kooperative Ansätze für eine integrierte digitale Supply Chain

Nahezu jeder 4flow-Kunde plant Digitalisierungsprojekte oder setzt sie bereits um. Einblicke in einige dieser Initiativen gab der 4flow Logistics Day „Disrupting the normal – How digitalization ensures success“, der jüngst in Shanghai stattfand. Supply-Chain-Experten von AGCO, Continental und 4flow berichteten von ihren Erfahrungen, die sie bei Transformationsprojekten unter anderem in China gesammelt haben.

Eindrücke vom 4flow Logistics Day in Shanghai

Reaktionsfähigkeit und Flexibilität von Lieferketten nehmen seit Jahren dank immer intelligenterer Softwaretechnologien und der verbesserten Prozessintegration kontinuierlich zu. Diese Entwicklung verändert auch die Tätigkeitsprofile von Mitarbeitern – sie von den Neuerungen zu überzeugen und für die Nutzung zu befähigen, ist eine große Herausforderung. Unternehmen, die die ersten Meilensteine in ihren Digitalisierungsvorhaben bereits erreicht haben, kennen die Schwierigkeiten. Dennoch sind sie von den Vorteilen der Digitalisierung und ihren Technologien überzeugt und wagen den Wandel.

Digitalisierungstreiber im Überblick

Insgesamt treiben sechs Faktoren die Digitalisierung voran: Die Sharing Economy, autonomes Fahren, mobiles Bezahlen, Cloud-Lösungen, Logistikdrohnen und die Blockchain-Technologie.

In der Sharing Economy – der Wirtschaft des Teilens – können Kunden beispielsweise Fahrdienste von Privatleuten oder Elektroroller für Kurzstrecken mieten. Ermöglicht werden diese Angebote durch digitale Plattformen, die zwischen Anbietern und Nutzern vermitteln. Der Taxifahrdienstvermittler Uber sowie Elektroroller-Sharing-Dienste wie emmy und Coup sind nur einige Beispiele für Unternehmen der Sharing Economy. Autonome Fahrzeuge sind auf den Straßen aktuell nur zu Testzwecken unterwegs. Doch die über Sensoren und GPS digital vernetzten Fahrzeuge werden zunehmend zuverlässiger und verändern die Mobilität. Ähnlich disruptiv wirken mobile Bezahlsysteme wie PayPal, Paydirekt oder Apple Pay. Sie ermöglichen das bargeldlose Bezahlen per Smartphone und setzen sich bei Endkunden immer stärker durch. Entsprechend ist anzunehmen, dass sich künftig auch geschäftliche Bezahlprozesse auf digitale Plattformen verlagern. Eine Technologie, die schon länger getestet wird, ist die Logistikdrohne für die Zustellung auf der letzten Meile. In einem chinesischen Pilotprojekt wurden über 8.000 Aufträge mit Drohnen ausgeliefert – eine Distributionsart, die insbesondere vorteilhaft ist, um abgelegene Regionen zu erreichen.

Digitale Cloud-Plattformen ermöglichen den mobilen Datenzugriff und verschaffen Nutzern Flexibilität. Entsprechend haben sich die Kommunikation und der Informationsaustausch sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld grundlegend verändert. In Zeiten von Cyberkriminalität steigt die Nachfrage nach Datensicherheit. Eine sichere Verarbeitung digitaler Transaktionen verspricht die Blockchain-Technologie. Für die Logistik eröffnet die Technologie neue Geschäftsmodelle. Denkbar sind Smart Contracts, mit deren Hilfe Transportaufträge nur unter bestimmten Konditionen automatisch bestätigt oder automatisiert bezahlt werden könnten. Damit wäre die sichere Speicherung von geschäftlichen Transaktionen für alle Partner jederzeit validierbar.

AGCO digitalisiert seine Supply Chain weltweit

In Europa hat der global agierende Landmaschinenhersteller AGCO seine Inbound Supply Chain gemeinsam mit 4flow erfolgreich digitalisiert. Innerhalb von nur 18 Monaten haben die Partner die Inbound-Ströme von AGCO in einem Gesamtnetzwerk zusammengefasst und mithilfe des cloudbasierten, integrierten Transportmanagementsystems (iTMS) von 4flow unter anderem die Transportkosten um mehr als 25 Prozent reduziert. Die Digitalisierungsinitiative wurde von der Bundesvereinigung Logistik e. V. (BVL) mit dem Deutschen Logistik-Preis 2016 und von der European Logistics Association als ELA Project of the Year 2017 gewürdigt. Im Rahmen der europäischen Kooperation reduzierten AGCO und 4flow die Bestandsreichweite um 24 Prozent und den CO2-Ausstoß um 14 Prozent. Gleichzeitig wurden die Prozesskonformität um 15 Prozent und die Liefertermintreue um zehn Prozent gesteigert. Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit haben die Digitalisierungspartner in China fortgeführt. Dort profitiert AGCO künftig von einer zentral gesteuerten, transparenten und nachhaltig effizienten Inbound-Logistik. „Wir haben uns für die Erweiterung der Zusammenarbeit mit 4flow als neutralen 4PL entschieden, da uns der ganzheitliche und kooperative Ansatz sowie die IT-Kompetenz überzeugt haben“, begründet Jim Zhou, Senior Manager Operations bei AGCO, die Entscheidung. „Ein in Europa bewährtes Konzept für China anzuwenden war eine große Herausforderung“, berichtet Zhou. Die Implementierung von AGCO Smart Logistics in China hat bereits begonnen und erste Meilensteine sind erreicht. Mehr als 100 Zulieferer sind in China bereits in das Netzwerk von AGCO integriert. Monatlich werden mehr als 1.000 Transportaufträge über die digitalisierte Supply Chain ausgeführt und so die Transportkosten um über 20 Prozent gesenkt. Dank Big-Data-Analytics-Anwendungen ist AGCO unter anderem in der Lage, Cargo-Sendungen zu verfolgen. Das bewährte und auf den chinesischen Markt übertragbare Konzept wurde bereits von einigen chinesischen Zulieferern von AGCO für ihre eigenen Inbound Supply Chains übernommen.

Bei der Umsetzung der Initiative in China galt es für AGCO und 4flow, regionale Gegebenheiten zur berücksichtigen. So hatten beispielsweise viele chinesische Zulieferer Sorge, dass das digitalisierte Transport-managementsystem einen Anstieg der Arbeitsbelastung bewirken könnte. Bedenken, die dank der bereits in Europa erprobten Change-Management-Maßnahmen ausgeräumt werden konnten. Genau wie in Europa war ein umfassendes Change Management der Schlüssel zum Erfolg bei der chinesischen Digitalisierungsinitiative.

Continental optimiert seine Netzwerke und Transporte

Continental hat seine globale Präsenz seit den 1990er Jahren kontinuierlich verstärkt. Durch den Eintritt auf die regionalen Märkte seiner Kunden hat der Automobilzulieferer seinen Kundenkreis binnen kurzer Zeit um chinesische OEMs erweitert. Heute verfügt das Unternehmen über ein weltweites Netzwerk von Produktions- und Lagerstandorten, bestehend aus Zulieferern und OEM-Kunden. Jährlich erweitert Continental sein Netzwerk um eine zusätzliche Betriebstätte mit rund 1.000 Mitarbeitern. Dementsprechend steigt die Komplexität des Netzwerks. Vor diesem Hintergrund sind für den Automobilzulieferer Kooperationen für den reibungslosen Ablauf der Prozesse in seinem Netzwerk von zentraler Bedeutung. Um dem Wachstum und der Komplexität der Supply Chain gerecht zu werden, hat Continental im Jahr 2015 seine Organisation um einen eigenen Bereich für das Netzwerkdesign erweitert. Dieser definierte die passenden Standorte für Läger, Werke und Zulieferer und ermöglichte so die optimale Planung der Warenflüsse. „Da wir um ein Werk pro Jahr wachsen, gilt es, bei der Wahl der passenden Standorte viele Aspekte zu berücksichtigen und einen sachlichen Blick zu bewahren“, berichtet Andreas Subbe, Director Supply Chain Management Automotive Asia Pacific der Continental Automotive Holding.

„Mit 4flow vista optimieren wir unsere Supply Chain und haben unser Netzwerk so auf die nächste Stufe gehoben“, fasst Subbe zusammen. Darüber hinaus entschied sich Continental für die Implementierung des integrierten Transportmanagementsystems (iTMS) von 4flow. Im Rahmen des iTMS-Projektes haben Continental und 4flow mit dem China Supply Chain Tower (CSCT) eine zentrale Transportmanagementorganisation für China definiert und implementiert. Gemeinsam betreiben die Partner das CSCT, in das neun chinesische Werke inklusive ihrer Straßen-, Schienen- und Lufttransporte integriert sind. Insgesamt steuert das CSCT über 600 Transportrelationen und etwa 40.000 Lieferungen pro Jahr.

„Das auf Akquisitionen basierende Wachstum von Continental hat zu einem dezentralen Footprint geführt“, erläutert Andreas Subbe. „Mit dem CSCT decken wir die Potenziale im Netzwerk auf und nutzen diese.“ Sämtliche für die Planung und Steuerung relevanten Prozesse sind in das CSCT integriert: von der strategischen und taktischen Netzwerkplanung über die Transportaufträge, die dynamische Planung und die Abwicklung bis hin zur Abrechnung, Rechnungsstellung und zum Reporting. Zusätzlich misst Continental im CSCT die Liefer-Performance, Reaktionszeiten, Schadensquoten und Kosteneinsparungen. Seit der Implementierung des CSCT hat Continental seine Kosten in China signifikant gesenkt. Darüber hinaus hat Continental das CSCT-Team seitdem kontinuierlich erweitert. Das integrierte Transportmanagement unterstützt den täglichen Betrieb, der Tower verwaltet das Hub-Netzwerk mit vier Standorten in ganz China.

Erfolgreich mit Digitalisierung und Kooperationen

Die Teilnehmer des 4flow Logistics Day in Shanghai waren sich einig, dass fertigende Unternehmen in China zukunftsweisende Digitalisierungslösungen für die Optimierung ihrer Supply Chains nutzen, so
Kosten reduzieren und die Effizienz ihrer Netzwerke steigern. Zudem haben sie erkannt, dass sich optimale Ergebnisse nur erzielen lassen, wenn alle Netzwerkpartner, vom Fahrzeughersteller über den Zulieferer bis hin zum Logistikdienstleister, zusammenarbeiten.

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