„Wie man es dreht und wendet: Software wird der entscheidende Erfolgsfaktor sein“

Damian, Vice President Go-to-Market New Tech Europe in Berlin, 4flow software

Damian Unterlöhner ist Vice President Go-to-Market New Tech Europe. Er kam 2008 erstmals zu 4flow, verließ das Unternehmen 2021 und kehrte 2025 zurück, um die europäische Go-to-Market-Strategie für optaire zu leiten. Im Interview spricht Damian darüber, was ihn zurückgebracht hat – und warum er überzeugt ist, dass KI die Supply Chain grundlegend verändern wird.

Woher kommt dein Interesse für Supply Chains?
Supply Chains finde ich schon lange spannend und Technologie an sich fasziniert mich eigentlich auch schon immer. Als Kind liebte ich Computer – sie auseinanderzunehmen, wieder zusammenzusetzen oder MS DOS/Windows überall dort zu installieren, wo es möglich war. Eine Erinnerung ist mir in diesem Zusammenhang besonders geblieben: 1995 oder 1996 habe ich im Magazin Der Spiegel einen langen Artikel über FedEx gelesen. Mich beeindruckte, wie Dinge weltweit bewegt wurden und wie erfolgreich dieses Unternehmen war. Vielleicht hat mich dieser Artikel auf meinen Weg gebracht.

Wie begann deine Reise bei 4flow?
Mein Weg bei 4flow verlief nicht geradlinig. Ich stieg bei 4flow consulting ein und wechselte später zu 4flow management. Ich baute das Managed-Services-Geschäft aus und betreute den Go-live der ersten Kunden. Eines dieser frühen Kundenprojekte legte den Grundstein für das, was später zur Softwarelösung 4flow iTMS heranwachsen sollte.

Du hast 4flow 2021 verlassen und bist 2025 zurückgekehrt. Warum?
Ich leite jetzt die Go-to-Market-Strategie für optaire in Europa – eine Aufgabe, die ich als sehr spannende Herausforderung empfinde. Wie man es dreht und wendet: Software wird der entscheidende Erfolgsfaktor sein.

Die Rückkehr fühlte sich an wie die Fortsetzung von etwas, das ich begonnen hatte: Als ich 4flow verließ, gab es zwar eine Vorstellung davon, wohin die Reise gehen könnte – doch der Start war noch nicht gemacht. Als im Unternehmen dann die Entscheidung gefallen war, neue Standards für die ganzheitliche Optimierung von Supply Chains zu setzen, musste ich nicht lange überlegen, ob ich zurückkehren sollte. Es fühlte sich einfach selbstverständlich an, wieder dabei zu sein. Und da ich mit der 4flow-Community in Kontakt geblieben war, gab es auch keine Überraschungen.

Was unterscheidet optaire als Softwareplattform von anderen Lösungen?
Ich würde zwei Dinge hervorheben. Erstens kombiniert optaire Erkennen, Entscheiden und Umsetzen in einem einzigen Tool. Es geht nicht nur darum, ein Problem in einem Netzwerk zu identifizieren – sondern darum, fundierte Entscheidungen zu treffen und diese auch auszuführen.

Zweitens betrachtet optaire Supply Chains ganzheitlich. Traditionell werden Transportprobleme mit Lösungen wie einem zweiten Fahrer oder der Beschleunigung einer Lieferung gelöst. optaire weitet den Lösungsraum aus, indem auch der Bereich der Materialien einbezogen wird. Anstatt eine Lieferung einfach zu beschleunigen, könnte eine bessere Lösung darin bestehen, jetzt 150 Artikel zu liefern, um die Zeit bis zur nächsten Charge zu überbrücken. Mit optaire können wir Annahmen hinterfragen, die früher nicht in Frage gestellt wurden. Beispielsweise haben wir eine Anfrage für 200 Artikel bis zum 12. Dezember einfach akzeptiert. Heute hinterfragen wir diese 200 Artikel – und wir hinterfragen den 12. Dezember.

optaire überwindet die Grenzen zwischen Materialmanagement, Produktionsplanung und Transportmanagement und eröffnet so mehr Möglichkeiten für bessere Lösungen.

Worin liegt für dich das größte Potenzial von KI in der Supply Chain?
In Supply Chains, die autonom orchestriert werden können. Das ist heute noch eine Vision, aber ich bin überzeugt, dass wir eines Tages dort ankommen werden.

Die meisten Unternehmen stehen heute noch am Anfang dieses Weges. Sie experimentieren mit Automatisierung und generativer KI. Automatisierung allein hat in der Supply Chain jedoch ihre Grenzen. Warum? Weil sie am besten bei linearen Prozessen funktioniert. In der Supply Chain gibt es aber alles links davon, alles rechts davon – und dazwischen viel Grauzone. Genau in dieser Grauzone kann generative KI helfen, und genau das ist das neue Spielfeld für optaire.

Sprechen wir über etwas anderes: Wie sieht dein perfekter Sonntag aus?
Ich brauche etwas zu tun. Einfach herumzusitzen ist für mich in der Regel keine Option. Es spielt keine Rolle, was es ist – etwas im Garten, eine Aufgabe im Haus oder die Kinder zu einer Tanzaufführung oder einem Fußballspiel zu begleiten. Ein perfekter Sonntag ist für mich einer, an dem ich nicht an die Dinge denke, die ich am Montag erledigen muss.

Wie verbringst du deine Freizeit?
Ehrlich gesagt? Ich schlafe gerne. Darüber hinaus liebe ich die Berge – ob im Sommer oder im Winter, das ist mir egal. Ein perfekter Urlaub ist eine Mischung aus Zeit am Meer und einer Woche in den Bergen, am liebsten in Europa. Ich bin kein Fan von Langstreckenflügen.

Und natürlich hält mich auch das Familienleben auf Trab. Mein ältestes Kind ist 12, das Mittlere 10 und unser Jüngstes ist sechs Monate alt.

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