In the spotlight

„Die Zukunft der Supply Chain ist jetzt“

Ralph-Michael, Partner in Stuttgart, 4flow consulting

Ralph-Michael Schmidt arbeitet als Partner bei 4flow consulting und verantwortet die Beratungsleistungen für Digitale Transformation und SAP. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Logistik – von der Prozessseite bis zur IT – bringt er eine umfassende Perspektive auf die aktuellen Entwicklungen der Branche mit. Im Interview spricht er über seine Leidenschaft für die Supply Chain, die Herausforderungen der digitalen Transformation und darüber, wie KI die Beratungsbranche verändert.

Was begeistert dich an Supply Chains?
Für mich gilt der Satz: Logistik hält alles im Fluss. Sie hält die Fäden zwischen relevanten Unternehmensbereichen wie Einkauf, Produktion und Vertrieb zusammen. Diese verbindende Querschnittsfunktion finde ich faszinierend. Mich begeistert dabei vor allem die Digitalisierung dieser Prozesse. Es geht um Transparenz und Automatisierung, die wir durch Technologie erreichen können.

Wenn du auf die Branche blickst, welche Trends oder Herausforderungen beobachtest du derzeit?
Für viele Unternehmen ist aktuell eine der zentralen Herausforderungen die SAP S/4HANA-Transformation. Da der Umstieg bis spätestens 2030 abgeschlossen sein sollte, müssen  Unternehmen jetzt handeln. Die wirkliche Herausforderung besteht jedoch nicht nur in der Umstellung selbst, sondern darin, die Vorteile dieser Investition zu nutzen. Es geht darum, datengetriebene Prozesse und Entscheidungsfindungen in Echtzeit zu etablieren. Hier kommen Themen wie KI und Analytics ins Spiel. Bei 4flow unterstützen wir Unternehmen bei der SAP-Transformation ihrer Supply Chain und der Definition einer geeigneten KI-Strategie, um den Mehrwert ihrer IT-Investitionen zu realisieren.

Das klingt spannend. Wo siehst du das größte Potenzial von KI?
In der Logistik gibt es viele spannende Use Cases, beispielsweise in der Bestandsoptimierung und bei Bedarfsprognoseverfahren. Im Bereich der Lagerwirtschaft mit SAP EWM bieten sich vielfältige Möglichkeiten durch KI – von präzisen Ressourcenprognosen über eine optimierte Bestandsverwaltung bis hin zur automatisierten Fehlererkennung. Auch werden humanoide Roboter das Potenzial haben die Lagerlogistik auf die nächste Stufe zu heben. Was an dieser Stelle jedoch entscheiden ist, ist die Verfügbarkeit der richtigen Daten.

Kannst du die Bedeutung der Daten noch etwas weiter erläutern?
Daten sind das Öl der Zukunft. Sie sind eine strategische Ressource, die durch Aufbereitung, Governance und den Einsatz von KI und Analytics in Wettbewerbsvorteile verwandelt werden kann. Die Technologien gibt es bereits und auch Rechenleistung und Cloud-Architekturen sind ausreichend verfügbar. Was jedoch oft noch fehlt, ist die allgemeine Verfügbarkeit und Qualität der Daten, um als „Öl“ die neuen Motoren der Digitalisierung zu befeuern. Dabei werden Daten deutlich leistungsfähiger, wenn sie systemübergreifend zum Beispiel aus ERP, EWM und CRM kombiniert und mit externen Quellen angereichert in Vorhersagemodellen verwendet werden.

In einem solchen Umfeld ist es wichtig Innovationen zügig voranzutreiben. Die Zukunft der Supply Chain ist jetzt. Ich ermutige mein Team daher immer „out of the box“ zu denken und disruptiv zu sein. 

Was ist dir als Führungskraft besonders wichtig?
Ich bin der Überzeugung, dass eine Fehlerkultur entscheidend ist, um innovativ zu sein. Wir müssen mutig sein, vorangehen und resilient bleiben. Und auch wenn einmal etwas schiefgeht: aufstehen und weitermachen. Außerdem geht es mir darum, Persönlichkeiten zu entwickeln und die Stärken meiner Teammitglieder zu fördern – immer auch unter Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Was ist für dich der ideale Ausgleich zu deiner Arbeit?
Mein perfekter Ausgleich ist das Kochen. Ich mag es, weil ich vom Rohstoff über die Umsetzung bis zum Ergebnis alles selbst in der Hand habe. In meinem Arbeitsalltag beschäftige ich mich mit komplexen Projekten, bei denen man oft nicht sofort ein greifbares Resultat sieht. Beim Kochen gibt es einen Anfang und ein Ende, und im besten Fall sind alle zufrieden, weil es geschmeckt hat – eine erfolgreiche kleine Supply Chain könnte man sagen.

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